Die fürstliche Unternehmerin

Markgräfin Friederike Louise im Blauen Schloss zu Obernzenn, dem Stammsitz der Herren von Seckendorff. Foto: Alexander Biernoth, Ansbach.

UNTERSCHWANINGEN/WEIDENBACH – Über die Markgräfin Friederike Louise von Brandenburg-Ansbach, geborene Prinzessin in Preußen, legte nun der Würzburger Historiker und Autor Dr. Arno Störkel eine Biografie vor, die es in sich hat:

als Prinzessin vom Vater misshandelt, als Ehefrau ungeliebt, als Schwester unbeachtet und um ihr väterliches Erbe geprellt. Die Markgräfin als Opfer der Verhältnisse im 18. Jahrhundert, ohne eigene Handlungsspielräume. Kurz: Friederike Louise, die unglückliche Markgräfin.

Allerdings stellt sich die Frage, ob dieses Bild wirklich zutrifft.
Immerhin erkennt der aktuell beste Kenner der Ansbacher Markgrafen Geschichte ihre Rolle als wichtige Arbeitgeberin an.

Tatsächlich war Friederike Louise eine fürstliche Unternehmerin. Und nicht nur das: Sie war erfolgreich.

Während ihre Schwester Wilhelmine in Bayreuth das Geld lediglich in den Konsum steckte, investierte Friederike Louise in ihre Betriebe in Unterschwaningen und Weidenbach. Somit ist es kein Wunder, dass sie am Ende ihrem Sohn Alexander eine reiche Erbschaft hinterlassen konnte.

Friederike Louise wird geboren am 28. September 1714 in Berlin. Sie ist die zweite Tochter des preußischen Königspaars König Friedrich Wilhelm I. in Preußen und seiner Frau Sophie Dorothea von Hannover. Während ihre beiden Geschwister – Wilhelmine von Bayreuth und Friedrich der Große – in den Fokus der Mutter geraten, die eine Doppelhochzeit mit dem englischen Königshaus plant, wird Friederike „ein Liebling des Vaters“ (Arno Störkel).

Für den König Friedrich Wilhelm war Plusmachen eine königliche Sache, Geld einfahren und nicht Geld ausgeben, auf Kredit leben und den Kreditgebern ausgeliefert sein. Wir können davon ausgehen, dass Friederike Louise die Liebe zum Geld von ihrem Vater gelernt hat.

Geld war es auch, das ihr eine frühe Heirat bescherte. Das Fürstentum Ansbach, ebenfalls aus der fränkischen Linie der Hohenzollern wie das Königtum Preußen – war pleite und brauchte dringend Geld. Eine Hochzeit zwischen Ansbach und Preußen, zwischen Markgraf Carl Wilhelm Friedrich und Prinzessin Friederike Louise wurde arrangiert.
Drahtzieher auf preußischer Seite, so Störkel, war Friedrich Heinrich Graf von Seckendorff, auf ansbachischer dessen Neffe Christoph Ludwig von Seckendorff und Herr von Brehmer, Graf Castell aber dagegen.

Die Braut bekam nicht nur eine hohe Mitgift, sondern der Bräutigam auch ein gewaltiges Darlehen: 200.000 Taler oder – umgerechnet – 300.000 Gulden.

Da der Markgraf Carl der einzige Erbe aus dem Hause Ansbach war, bekam Preußen als Sicherheit mögliche Zugriffsrechte auf das Fürstentum Ansbach, falls Friederike Louise keine Söhne gebären würde.
So kam es schließlich auch, allerdings mit Verzögerung: Erst 62 Jahre später, in der darauf folgenden Generation. Ihr Sohn Carl August, der Erbprinz, stirbt mit vier Jahren, der zweite Sohn, Christian Friedrich Carl Alexander, hatte keine Kinder.

Also: Im Alter von 14 Jahren heiratet Friederike Louise. Eine Woche lang dauern die Feierlichkeiten, die sich zwischen der Abkündigung in der Garnisonskirche von Potsdam am 22. Mai bis zur Auskleidung („Braut und Bräutigam zu Bette bringen“) am 30. Mai 1729 in Berlin erstrecken.
Mit der Huldigung ihres Mannes, des Markgrafen Carl, am 28. Juli 1729 auf dem Marktplatz in Ansbach (heute Martin-Luther-Platz), war sie dann endgültig offizielle Markgräfin von Ansbach.
Genau ein Jahr später kommt der König Friedrich Wilhelm zu Besuch, um die Tochter zu sehen und um sich über die Rückzahlung seines Darlehens zu erkundigen.
Was er sieht, gefällt ihm nicht. Denn zwischen dem Mittagessen auf dem schönen Marktplatz in Feuchtwangen und der Hirschjagd bei Crailsheim gibt der König seinem Schwiegersohn gute Ratschläge zum „besseren Wirtschaften“.

Wie allerdings Friedrich Heinrich Graf von Seckendorff an den kaiserlichen Hof in Wien schreibt, verlässt der König nach einer Falkenjagd in Triesdorf das Fürstentum Ansbach nicht ohne vorher noch kurz Station in Schwaningen zu machen. Klar, seine Tochter erzählte ihm wahrscheinlich schon von ihrem Projekt, ihren künftigen Witwensitz zu einem Mustergut, einer ertragreichen Ökonomie, auszubauen.
Es ging hier nicht um Repräsentation allein, es ging hier vor allem ums Geld verdienen, „Plusmachen“, ganz im Sinne des Vaters.

Ob dies gelang, scheint nach dem Urteil von Arno Störkel nicht gewiss zu sein. Denn Schwaningen „wurde Spielwiese und später auch echter Wirtschaftsstandort“. Besonders ging es hier um die von ihr gegründeten Schlossbrauerei. „Mit Bier wurde im Fürstentum eine Menge Geldes gemacht, denn es war der gewöhnliche Trunk des gemeinen und mittleren Standes.“ Besser, um die Brauereien: Es kam noch eine zweite in Weidenbach dazu.

Denn eigentlich geht es hier um eine moderne Wirtschaftsgeschichte von Absatz und Wirtschaftswachstum, was natürlich ein Historiker – er ist ja kein Betriebswirt – so nicht sieht.

Die zahlreichen Falkner in Triesdorf, dem Sitz der von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich neu aufgebauten Falknerei im heutigen Roten Schloss, hatten großen Bierdurst. Der Marketender zu Triesdorf baut sich in Weidenbach ein neues Haus und schenkt Bier aus Schwaningen aus. Also Bier von Ihrer Hoheit, der Markgräfin. Weil dort wahrscheinlich die Falkner verkehren, heißt das Lokal bald „Gasthaus zum Falken“.

Weil aber der Absatz so erheblich ist, gründet der Markgraf in Weidenbach-Triesdorf, auf halber Strecke zwischen Weidenbach und Triesdorf also, eine eigene Brauerei. Vielmehr, er lässt gründen. Der Auserwählte ist ein Günstling, der Obristfalkenmeister Ernst Anton Wilhelm von Heydenab. Dazu lässt er eigens die neue Brauerei an die Wasserleitung aus dem Wald bei Großbreitenbronn (Tiergarten) anschließen.

Und wie reagierte die Markgräfin? Zwischenzeitlich, nachdem der Sitz der Falknerei nach Gunzenhausen verlegt worden ist, jedenfalls dort ein zweites Falkenhaus gebaut wurde, beliefert sie auch dort den Markt: Das Gunzenhäuser Gasthaus zum Falken.

Schließlich, fast zwanzig Jahre später, kauft sie das Konkurrenzunternehmen in Weidenbach auf. Und lässt, damit die Biertrinker gut über den Sommer kommen und reichlich Gerstensaft fließt und Gewinne sprudeln, einen gewaltigen Felsenkeller im Triesdorfer Tiergarten graben. Denn vor der Erfindung der Kältemaschine von Carl Linde fand die Bierbrauerei nur von Michaeli bis Georgi statt (23. April bis 29. September). Das Bier aus dem Keller heißt Lagerbier, heute auch Kellerbier.

Insgesamt also eine unternehmerische Entscheidung: Die Markgräfin als Unternehmerin!

Leider hat Arno Störkel diese spannende Geschichte nicht erzählt, viel zu sehr war er damit beschäftigt, Friederike Louise als traurige Gestalt und Opfer der Umstände zu zeichnen. Da er dennoch sehr fleißig Quellen gesucht und gefunden hat, diese auch akribisch notierte, kann der Leser seines Buchs sich auf die Spurensuche einer eigenständigen Frau machen.

Bachwoche in Ansbach 2019

Johann Sebastian Bach war Zeit seines Lebens nie in Ansbach. Heute wird er aber in der Hauptstadt von Mittelfranken hoch verehrt. Um seine Kirchenmusik auch entsprechend aufführen zu können, wurde in der Hof- und Stiftskirche St. Gumbertus vor wenigen Jahren eine neue Barockorgel eingebaut.
Alle zwei Jahre wird Bach in Ansbach mit der Ansbacher Bachwoche besonders gefeiert. In diesem Jahr ist es wieder soweit: Die Haupt- und Residenzstadt der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach ist zwischen 26. Juli und 4. August fest in der Hand von Freunden Alter Musik.

Rückrat des diesjährigen Musikfests, wie es im Programm heißt, bilden die „Brandenburgischen Konzerte“ mit dem Festivalorchester der Bachwoche unter der Leitung von Jörg Halubek, der gleichzeitig am Cembalo sitzt: Nr. 1 am 26.7., Nr. 2 am 31.7. und Nr. 3 am 2.8.
Höhepunkt des Musikreigens ist der 3.8 mit zwei Musikstars: Das Orgelkonzert mit der Toccata in C-Dur in der Stadtkirche St. Johannis mit Iveta Apkalnar um 11 Uhr und das Konzert „Bach Barock“ mit Dorothee Oberlinger (Blöckföte) im Festsaal der Residenz um 15.30 Uhr.
Der 3. August ist gleichzeitig der Todestag des heute bekanntesten Ansbacher Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich, dem sog. Wilden Markgrafen, einem Zeitgenossen von Johann Sebastian Bach.

Musik Tradition in Ansbach

Ansbach war im 18. Jh. bekannt für seine große markgräfliche Hofkapelle. Hier wirkten bedeutende Komponisten wie Jakob Friedrich Kleinknecht und Gottlieb Andreas Schwarz.

Heute freilich sind diese Musiker nahezu vergessen, ihre Notenmanuskripte verschollen oder schlummern unentdeckt in Archiven. Manchmal aber machen sich Musikwissenschaftler auf die Suche und finden längst verloren geglaubte Kompositionen, die dann von leidenschaftlichen Enthusiasten erneut auf die Bühne gebracht werden.

So gesehen, hat Ansbach eine lange Musiktradition und ist somit zu Recht Sitz der international anerkannten Bachwoche, wenngleich der große Barockkomponist Johann Sebastian Bach niemals in der Haupt- und Residenzstadt des Fürstentums Ansbach war.

Allerdings ist ein Besuch seines Konkurrenten und geachteten Kollegen Georg Friedrich Händel in Ansbach dokumentiert. Warum Händel an die Rezat kam, ist heute unerklärlich.
Fest steht aber, dass er dort seinen Kulturmanager Johann Christoph Schmidt kennen lernte und direkt mit nach London nahm. Sein 1712 in Ansbach geborener Sohn John Christopher Smith sollte später Händels Schüler werden und wurde selbst Opernkomponist.
Besonders Wolfgang Riedelbauch vom Musikfestival Musica Franconia hat sich um Smith und seine Kompositionen verdient gemacht.
Auf den Tod der englischen Königin Caroline, Tante von Markgraf Carl, schrieb Georg Friedrich Händel das Funeral Anthem for Queen Caroline.
Musica Franconia 2018 hatte es in diesem Jahr in Nürnberg (St. Egidien) auf dem Programm.
Hoffentlich bald auch in der Ansbacher Hofkirche St. Gumbertus.

Carl und Wir

Carl Wilhelm Friedrich Markgraf zu Brandenburg-Ansbach, Neffe der englischen Königin Charlotte, Prinzessin von Brandenburg-Ansbach. Pendent zum Feuerlein Bild der Markgräfin Christiane Charlotte zu Brandenburg-Ansbach, siehe Bild in Unterschwaningen

Wir nennen ihn heute CWF
Er selbst nannte sich Carl.
Seine Post unterschrieb er mit Carl MZB.
Name: Carl.
Beruf: Markgraf.
Wohnort: Ansbach.

Wer war dieser Fürst, der uns heute noch reizt?

Es reizen seine Frauen, seine Falken, seine Pferde, seine Höflinge, seine Bauten, seine Schulden, sein Untergang.

Wenig reizvoll finden wir es allerdings, sich mit ihm als Menschen zu beschäftigen. Damit sollten wir aber anfangen. Ergreifen wir diese Möglichkeit.

Heute. Ein Beginn dazu ist das aktuelle Triesdorfer Heft Nr. 10 zur Falkenjagd: Die Falkenjagd des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach.

Natürlich nähern sich die einzelnen Historiker dem Politiker, nicht dem Menschen.

So Dr. Arno Störkel aus Würzburg in seinem Beitrag „Der Fürst mit dem Falken – Zur Einordnung des einzigen Falknerbildes des Markgrafen Carl“.

Und Prof. Dr. Wolfgang Wüst von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen „Carl Wilhelm Friedrich und die Markgrafen von Ansbach als Jagdherren in Triesdorf“. Aber zusammen mit den Beiträgen der weiteren Autoren Dr. Dr. Sigrid Schwenk aus Weihenstephan (Johann Erhard Pacius – Wegbereiter des Weltkulturerbes Falknerei) und Werner Mühlhäußer aus Gunzenhausen (Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach und die Falkenjagd in Gunzenhausen) entsteht ein privates Bild des Ansbacher Fürsten, welches wir so noch nicht gesehen haben.

Erhältlich in Ansbach in den Buchhandlungen Seyerlein und Schreiber und in Gunzenhausen Dr. Schrenk und Pfahler. Oder direkt beim Verein der Freunde Triesdorf und Umgebung (www.freundetriesdorf.de).

Auf den Spuren des Markgrafen Carl von Brandenburg-Ansbach

ANSBACH – Einen Abstecher in die Bezirkshauptstadt Ansbach und nach Gunzenhausen unternehmen rund 100 Teilnehmer einer Internationalen Falknertagung, die der Deutsche Falkenorden ab 21. Oktober in Bamberg ausrichtet.

Am Mittwoch, 24. Oktober, teilt sich die Tagung in zwei Gruppen. Die eine wird um 9.30 Uhr auf dem Großparkplatz an der Oettinger Straße in Gunzenhausen erwartet.

Von dort startet eine Stadtführung, deren Schwerpunkt der Besuch des markgräflichen Hofgartenhauses, das heutige „Haus des Gastes“ sein wird.

Zu bewundern gibt es dort einmalige Fayencefliesen zur Falkenjagd aus der Zeit des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach. Der „Wilde Markgraf“ hatte eine Leidenschaft für die Falkenjagd und im Laufe seines Lebens nahezu 35.000 Stück Wild erlegt.

Die zweite Gruppe trifft um 9.30 Uhr am Schlossplatz in Ansbach ein. Von dort aus startet eine Stadtführung mit Besichtigung des Markgrafenmuseums. Beide Gruppen, deren Falknerinnen und Falkner aus 35 Ländern stammen, werden von Bezirkstagspräsident Richard Bartsch um 12.30 Uhr zu einem Empfang im Alten Reithaus der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf erwartet.

Triesdorf war der Sitz der Falknerei des Markgrafen Carl. In dem ehemaligen Falkenhaus, später Rotes Schloss genannt, ist heute die Tierhaltungsschule der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf untergebracht. Nach einem gemeinsamen Mittagessen erläutert Direktor Otto Körner den Gästen das historisch-markgräfliche Triesdorf und dessen Entwicklung hin zum heutigen modernen Landwirtschaftlichen Bildungszentrum.

Am Donnerstag, 25. Oktober, ist Bezirkstagspräsident Richard Bartsch ab 20 Uhr zudem Gast einer Abendveranstaltung der Internationalen Falknertagung in Bamberg.

Biografie über Markgräfin Friederike Louise

ANSBACH – Dr. Arno Störkel aus Würzburg stellte nun in der Schlossbiblitothek Ansbach seine lang ersehnte Biografie „Friederike Louise. Prinzessin in Preußen – Markgräfin von Ansbach“ vor. Die Fürstin wurde am 28.9.1714 in Berlin geboren, heiratete 1729 den Ansbacher Markgrafen Carl, pendelte zwischen Ansbach und Triesdorf und starb 1784 auf ihrem Witwensitz Unterschwaningen. In Unterschwaningen wohnte Friederike Louise seit 1765 dauerhaft. Als ihr Vater König Friedrich Wilhelm sie ein Jahr nach der Heirat im Fürstentum Ansbach besuchte, sah er sich schon das künftige Projekt „Schwaningen“ seiner Lieblingstochter an, wie der kaiserliche Gesandte Friedrich Heinrich Graf von Seckendorff eigens nach Wien meldete. Tatsächlich besaß die Markgräfin in Unterschwaningen neben dem fürstlichen Schloss und Hofgarten vor allem ihre Ökonomie mit Brauerei mit Zweigbetrieb in Weidenbach-Triesdorf.

305. Geburtstag des wilden Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich

Allianzwappen Ansbach-Kulmbach und Preußen

Warum heißt Markgraf Carl Wilhelm Friedrich der „Wilde“?

Für seine Schwägerin Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth war die Sache klar: Weil er so hinter den Frauen her war.
So zumindest hat sie das in ihren Memoiren ziemlich unverblümt dargestellt.

Natürlich gibt es dazu auch eine andere Meinung. Für manche ist der Begriff erst ein Ergebnis aus dem 19. Jh., also der Zeit, als das ehem. Fürstentum Ansbach an das neu gegründete Königreich Bayern fiel.Allianzwappen Ansbach-Kulmbach und Preußen

Die alte Geschichte musste lächerlich gemacht werden, damit die neue Geschichte mehr Kontur bekommt.

Wie dem auch sei: Das heutige barocke Gesicht der Stadt Ansbach mit Schloss, Orangerie, Hofkirche St. Gumbertus und Synagoge sowie die Promenade als Prachtstraße ist Ergebnis der Baupolitik dieses Markgrafen.

Kupferstich von J. G. Köppel aus dem Buch "Geschichte und ausführliche Beschreibung der Markgräflich=Brandenburgischen Haupt= und Residenz=Stadt Ansbach, oder Onolzbach, und deren Merkwürdigkeiten;" von Johann Bernhard Fischer (Ansbach 1786)
Kupferstich von J. G. Köppel aus dem Buch „Geschichte und ausführliche Beschreibung der Markgräflich=Brandenburgischen Haupt= und Residenz=Stadt Ansbach, oder Onolzbach, und deren Merkwürdigkeiten;“ von Johann Bernhard Fischer (Ansbach 1786)

Nicht ohne Grund trägt noch heute das Gymnasium Carolinum in Ansbach seinen Namen. Heute ist der 305. des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich. Prost!

Markgräfin Friederike Luise, Lieblingstochter des Soldatenkönigs

Friederike Luise Markgräfin von Ansbach | Prinzessin von Preussen | Hohenzollern

Friederike Luise war die Lieblingstochter ihres Vaters Königs Friedrich Wilhelm I. in Preußen.

Von klein auf war sie von ihrem Vater auf Plusmachen getrimmt. Heute würde man sagen, sie bekam ihre betriebswirtschaftliche Neigung in die Wiege gelegt.
Mit ihrer Heirat mit dem Ansbacher Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich wurde ihr der Witwensitz Unterschwaningen zugesprochen, den sie stolz ihrem Vater 1730, also ein Jahr nach der Hochzeit in Berlin, bei seinem Besuch in Ansbach und Triesdorf, außerhalb des Protokolls präsentierte.
Dies schreibt zumindest der kaiserliche Botschafter Friedrich Heinrich Reichsgraf von Seckendorff verwundert in seinem Reisejournal nach Wien.

In Unterschwaningen richtete sie ihr Mustergut ein, ließ eine Hofkirche bauen und ihr Schloss erweitern.
1765 zog sie schliesslich samt ihrem Hofstaat von Ansbach nach Unterschwaningen um. Friederike Luise erweiterte auch die Schlossbiblbllothek, die ihre Schwiegermutter Christiane Charlotte im Alten Schloss Unterschwaningen anlegte.

Besondere Interesse zeigte sie hierbei für Ökonomie und Musik.

Friederike Luise Markgräfin von Ansbach | Prinzessin von Preussen | Hohenzollern

Markgräfin Friederike Luise spielte selbst Klavier.
Als der Hofkomponist ihres Bruder König Friedrich der Große, Carl Philipp Emanuel Bach 1753 ein Lehrbuch zur Klaviermusik vorstelllte, zögerte Friederike Luise nicht lange, um nach Berlin zu reisen und wahrscheinlich den Urheber des Klavierlehrbuchs, welches heute noch eingesetzt wird, persönlich kennenzulernen.
Auf dieser Reise entstand das Gemälde von Antoine Pesne von ihr, welches heute im Leipziger Museum für bildende Kunst von ihr hängt.

Das Fürstentum Ansbach mit der Haupt- und Residenzstadt Ansbach

Ansbach oder Onolzbach war über Jahrhunderte hinweg Hohenzollernresidenz,  des gleichnamigen Fürstentums.

Für das heutige Aussehen des Schlosses ist Markgräfin Christiane Charlotte verantwortlich, die nach dem Schlossbrand 1709 vornehmlich mit eigenem Geld, den Wiederaufbau maßgeblich vorantrieb. Sie war ja eine Tochter des Herzogadministrators Friedrich Carl von Württemberg. Der bedeutende Architekt Leopoldo Rettÿ stellte die Residenz 1738 für ihren einzigen Sohn  Markgraf Carl Wilhelm Friedrich fertig.

Heute ist dort die Regierung von Mittelfranken untergebracht, außerdem können Besucher die Prunkräume des Schlosses besichtigen.  Zur Bachwoche Ansbach finden im dortigen Festsaal grossartige Konzerte statt.

Markgräfin Christiane Charlotte von Brandenburg-Ansbach, Mutter des Markgrafen von Ansbach|Hohenzollern.
Markgräfin Christiane Charlotte von Brandenburg-Ansbach und ihr Sohn Markgraf Carl Wilhelm Friedrich | Hohenzollern

Besonders sehenswert ist die Ausstellung der Porzellansammlung der Markgräfin Friederike Luise, der Ehefrau Carl Wilhelm Friedrichs.  Eine Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. – dem Soldatenkönig,  sie legte Wert auf ihren Titel „Königliche Hoheit“.

Die tüchtige Prinzessin, gründete einen landwirtschaftlichen Musterbetrieb, auf Ihrem Lehenssitz , dem späteren Witwensitz, Unterschwaningen, sowie eine Brauerei und kaufte sich noch den Konkurrenzbetrieb in Weidenbach-Triesdorf des Obristfalkenmeisters* Ernst Wilhelm Anton von Heydenab hinzu.

Der Bruder der Markgräfin wurde 1740 König Friedrich I. in Preußen – genannt Friedrich der Große oder Alter Fritz .

Markgraf Carl Wilhelm Friedrich gründete mit der Mühlknechtstochter Elisabeth Wünsch, aus der Weinzierleiner Mühle bei Rosstal, eine Nebenfamilie.

Elisabeth Wünsch, die in jener Zeit in der Hofapotheke in Ansbach (heute Maximilianstr. 31) arbeitete, wo sich die Höflinge bis 1735 ihre „Arzeneyen“ kostenlos abholen konnten.
Die Hofapotheke lag auf dem Weg nach Triesdorf. Der Hofmarschall Franz Bernhard von Seckendorff-Gutend und der Kammerherr und Ritterrat des Kantons Altmühl Philipp Albrecht Ernst Schenk von Geyern, hatten den Markgrafen auf die junge Frau aufmerksam gemacht, die laut Memoiren der Erbprinzessin Wilhelmine von Bayreuth bereits im Herbst 1732 im Schloss lebte.

Ursprünglich sollte die Familie Falkensten heißen, der Kaiser akzeptierte den Namen nicht. Ein neuer Name wurde rasch gefunden, sodann hiess diese Nebenlinie: Falkenhausen.

Der Bruder Elisabeths, Andreas Wünsch, wurde  der Wirt des Leidendorfer Torhauses im markgräflichen Jagd- und Landsitz Triesdorf.
Unter Markgraf Carl Wilhelm Friedrich war Triesdorf Sitz der Falknerei, die er neu organisierte und später teilweise nach Gunzenhausen verlegte, wie auch das Haupt- und Landgestüt.

Heute sind die Herren und Freiherren von Falkenhausen die einzigen Nachfahren der Markgrafen von Ansbach, mit ihrem Stammsitz Wald bei Gunzenhausen, in unmittelbarer Nähe des Altmühlsees.

*Die Falkenjagd war des Markgrafen größte Passion. Er unterhielt ein Falkenkorps von 51 Personen, vom Obristfalkenmeister über die Falkenmaler bis zum Falkenjungen. Er ließ die sogenannten Falkentaler prägen und stattete sein Jagdschlösschen in Gunzenhausen mit Falkenkacheln der Crailsheimer Manufaktur aus. „Neben den Kaisern Joseph I. und Karl VI. und dem Kurfürsten Clemens August, Erzbischof von Köln, ist es vor allem der ansbachische Hof unter Markgraf Carl Wilhelm Friedrich gewesen, der die Falknerei zu einem ihrer glanzvollsten Höhepunkte in Deutschland führte.“