Markgraf Alexander von Brandenburg-Ansbach und Bayreuth und sein Hof zu Triesdorf

Zwei Jahre nach dem Tod seines Vaters Markgraf Carl 1757 lässt sich Markgraf Alexander das 1730/1731 erbaute Falkenhaus zu Triesdorf als Wohnhaus für sich und seine Frau Caroline Friederike von Sachsen-Coburg und Saalfeld sowie seinem Hofstaat umbauen.
Der Hofinspektor Johann David Steingruber übernimmt dabei die Leitung des Umbaus persönlich, wobei die Arbeiten vor Ort durch den Maurermeister Knäulein beaufsichtigt werden. In seinem Dekret vom 8.10.1759 an das Bauamt wird befohlen, in „Triesdorff, ehe der Winter und Frost einbricht, im Falckenhauß aus Serenissimi Special-Befehl, das Zimmer der Frau Markgräffin Hochf. Durchl. zu 2 Cabineten nach der dem Maurermeister Knäulein mündlich ertheilten Anweisung mit Boißerie machen, und zwey Mäuerlein führen, den Alcoven aber zumauern und ein neu Fenster brechen laßen.“ (zit. nach Heinz Braun 1954, S. 144)

Tatsächlich will der Markgraf Alexander schnell von Ansbach nach Triesdorf umziehen und treibt seinen guten Bauinspektor zur Eile an, wie Steingruber in seinem Promemoria vom 31.1.1760 notiert.
Im Erdgeschoss des ehem. Falkenhauses wird ein Bad für den Markgrafen eingerichtet. Und im Audienzzimmer wird an die Stelle eines früheren Kamins eine Orgel aufgestellt, um dort bei Gottesdiensten und Konzerten zum Einsatz zu kommen. Auf Anweisung des Hofmarschalls wird daher „das in der Stadtkirchen zu Anspach auf dem Chor gestandene Positiv“ nach Triesdorf gebracht, wobei vorher die Orgel durch den Hoforgelmacher Prediger und den Hofschreiner Beyer überholt werden.

Im Sommer 1760 finden noch weitere Umbauten statt. Es wurden zwei Wände ausgebrochen, um ein großes Zimmer für die Marschallstafel zu erhalten. Auf der rechten Seite wurde eine Wohnung für die Oberhofmeisterin eingerichtet und auf der linken Seite eine Lakaienstube und eine Lakaienkammer. „Mit diesen Arbeiten kam die Umgestaltung des ehemaligen Falkenhauses zum fürstlichen Landschloß im Wesentlichen zum Abschluss“, schreibt Heinz Braun 1954 noch in seiner Dissertation.

Nach den neuesten Erkenntnissen, die im Zuge der Renovierungsmaßnahmen des Bezirks Mittelfranken aufgetreten sind (freundliche Mitteilung von Architektin Silke Walper-Reinhold, Ansbach), wird das Rote Schloss, wie das Falkenhause seit dem Umbau und Bezug durch die markgräfliche Familie und dem Hofstaat heißt, in den Jahren 1780/1781 noch einmal umgebaut und erheblich erweitert.

Das Rote Schloss zu Triesdorf (Rückseite) während der Fassadenrenovierung und Dachsanierung 2015.
Das Rote Schloss zu Triesdorf (Rückseite) während der Fassadenrenovierung und Dachsanierung 2015.

Das Rote Schloss wird auf beiden Seiten um jeweils zwei Fensterachsen verlängert, was dazu führt, dass die beiden zuvor sichtbaren Flügel des Schlosses verdeckt werden. Außerdem erhält das Rote Schloss einen Treppenrisalit mit Attika.

Ob diese Baumaßnahme mit dem Besuch des reisenden Malers Johann Jakob Grund zusammenhängt, lässt sich aktuell nicht feststellen. In seinem Buch „Malerische Reise eines deutschen Künstlers nach Rom“ lässt Grund jedenfalls das Rote Schloss sehr schlecht wegkommen.

So schreibt er in seinem Zwölften Brief: „Er [der Markgraf Alexander] selbst wohnt, mit seiner Gemahlin, in einem kleinen, äußerst engen, Hause, das Falkenhaus genannt, wo überdies die Hofdamen, Kammerfrauen, und andere männliche und weibliche Bediente, ihre Wohnung haben“ (Seite 108).

Zwar ist Grunds Reisebeschreibung im Briefform 1789 in Wien erschienen und somit nach der Erweiterung, des Schlosses.
Allerdings erwähnt der Autor in dem Text die Mademoiselle Clairon, die er beim Sammeln von „Blüthen von den Sträuchern“ im Triesdorfer Schloßgarten bei einem Spaziergang trifft. Im Erscheinungsjahr aber war die ehemalige Mätresse des Markgrafen schon längst von ihrer Nachfolgerin Lady Craven aus Triesdorf verdrängt – und auf ihrem Landsitz Issy bei Paris.

Quellen:

Heinz Braun, Triesdorf. Baugeschichte der ehemaligen Sommerresidenz der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach 1600-1791, Gunzenhausen 1954.
Johann Jakob Grund, Malerische Reise eines deutschen Künstlers nach Rom, Wien 1789 (Nachdruck o. O., o. J.)
Silke Walper-Reinhold, Vortrag vor dem Marktgemeinderat Weidenbach, Rotes Schloss Triesdorf, Sitzung vom 21.11.2017.

Johann Peter Uz (1720-1796) in Ansbach und Halle an der Saale: Zehn Materialien und Gedichte zusammengestellt.

1.

„Johann Peter Uz ist am 3. Oktober 1720 als Sohn des Goldschmieds Friedrich Carl Gottlob August Uz in Ansbach zur Welt gekommen. Der Vater freilich arbeitete nicht in seinem erlernten Beruf, sondern war Inspektor des fürstlichen Laboratoriums und Aufseher über die neu angelegte Lederfabrik in Flachslanden. Nach dem frühen Tod des Vaters sorgte die Mutter Elisabeth, geb. Reisenleiter, die ebenfalls einer Ansbacher Goldarbeiter-Familie entstammte, für die gründliche Ausbildung. Johann Peter Uz besuchte das örtliche Gymnasium bis 1739 und studierte dann in Halle vier Jahre vor allem die Rechte im Hinblick auf eine Anstellung als Jurist. Von Leipzig, wo er sein Studium fortsetzen wollte, rief ihn im August 1743 der gemeßene Befehl (wohl der Mutter) zurück nach Ansbach,

Gleim gegenüber deutete er an, sie habe befürchtet, ihm könne ein ähnliches Schicksal widerfahren wie Johann Christian Günther. Aus seinem Briefwechsel ist weiter bekannt, daß er schließlich in seiner Geburtsstadt ein Häuschen bewohnte, zunächst noch zusammen mit seiner Mutter und zwei Schwestern, später dann nur noch mit seiner Schwester Esther Sophia, die ihn um wenige Monate überlebte.“

Ernst Rohmer, Dichter und Bürger in der Provinz – Johann Peter Uz und die Aufklärung in Ansbach, Max Niemeyer Verlag: Tübingen 1998, S. XIIIf.


2.

„[Johann Wilhelm Ludwig] Gleim zählt neben dem Dichter Johann Peter Uz und dem Anakreon-Übersetzer Johann Nikolaus Götz zur zweiten halleschen Dichterschule. Die drei hatten gemeinsam an der Fridericiana studiert und zelebrierten seitdem ihre Freundschaft. Anakreon bildete dabei nicht umsonst das ästhetische Zentrum. Seine Gedichte stellen zur Verfügung, was von da an das Ferment jeder Jugendkultur bildete: Sex (Küsse), Drogen (Wein) und Musik (anakreontische Lieder), und so prägte der anakreontische Ton das Frühwerk von Dichtern wie Lessing oder Goethe.“

Steffen Martus, Aufklärung – Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenband, Rowohlt: Berlin 2015, Seite 531

3.

Der Sommer und der Wein

In diesem schwülen Sommertagen
Fliegt Amor nur in kühler Nacht,
Und schlummert, wann die Sonne wacht:
Die Muse träumt nur matte Klagen.
Ich hänge mit verdroßner Hand
Die träge Leyer an die Wand.

Doch. Freund, in schwülen Sommertagen,
(Zischt mir Lyäus in das Ohr:)
Hebt sich der Weinstock stolz empor,
Den Frost und Regen niederschlagen:
Und nur der höhern Sonne Glut
Kocht seiner Trauben göttlich Blut.

So mag in schwülen Sommertagen
Der Weichling, Amor, schüchtern fliehn,
Und Scherz und Muse sich entziehn:
Der Wein wird sie zurücke jagen.
Er reise nur der frohe Wein:
Was kann mir unerträglich seyn?

J. P. Uz, Sämtliche poetische Werke, Erster Band, Drittes Buch, Johann Georg Fleischhauer: Reutlingen 1777, S. 118f.

4.

„Johann Peter Uz (1720-1796, Ansbach, Halle): Lyrische und andere Gedichte. Heitere Gesellschaftsdichtung, Gipfel der deutschen Anakreontik dar. Hauptthema die Liebe, von sinnlich-schäferlichem Getändel umspielt, gelegentlich auch frivol. Preis gemäßigten Weingenusses. Außerdem einige vaterländische Gesänge, Gedenkverse auf Freunde sowie philosophische und religiöse Oden. Kulturphilosophische Ideen wie die der Erziehung des Naturmenschen durch die Dichtung und die des Göttermythos als Spiegel der menschlichen Entwicklung (Die Dichtkunst) sowie der Freundschaftskult (An die Freude) zeigen Uz, auch in der rhythmischen und metrischen Formung, als Vorläufer Schillers.“

H.A. und E. Frenzel, Daten deutscher Dichtung. Chronologischer Abriß der deutschen Literaturgeschichte Band I, Deutscher Taschenbuchverlag: München 1970, 6. Auflage, S. 172

5.

Neujahrswunsch des Nachtwächters zu Ternate

Weckt eure Gatten küssend auf,
Ihr Schönen von Ternate!
Hört, bey des Jahres neuem Lauf,
Wie mir ein Wunsch gerathe!

Ein Mädchen, das sich Muse nennt,
Durchstreicht mit mir die Staßen;
Und was mein Herz euch gutes gönnt,
Will sie in Reime fassen.

Wohlan! die Freude werde neu,
Wie sich das Jahr verneuet!
Es fliehe finstre Heucheley,
Die sich im Winkel freuet!

Nicht Eigennutz, nur Zärtlichkeit
Sey Stifter unsrer Ehen:
So wird man Hymens güldne Zeit
Auch Jahre dauern sehen.

Die süße Falschheit unsrer Zeit
Entweiche von der Erde,
Daß alte wahre Redlichkeit
Noch einmal Mode werde.

Es drohe Miswachs und Verlust
Gelehrten Schmierereyen:
Nur müsse junger Mädchen Brust
Und guter Wein gedeihen!

Gib, Himmel! Deinen alten Wein
Den fröhlichen Poeten!
Die in der Musen Lorbeerhayn
Oft, leider! Durstig treten.

Nur Wasser, alter Weisen Trank,
Gib unsern jungen Weisen;
Und jage den Monadenzank
Von freudenvollen Schmäusen.

Der Geitz mag sein erwuchert Gut
Nur hüten, nicht genießen!
Doch laß ein Bächlein güldner Fluth
Auch auf den Weisen fließen!

Den unsre Weibchen kosten viel,
Wenn sie uns lieben sollen:
Wie viel erfordert Putz und Spiel
Und wenn wir schmausen wollen!
Heil allen, den Heil gebricht,
Heil sey dem ganzen Staate!
Dieß wünsch ich aus bezahlter Pflicht,
Nachwächter von Ternate.

J. P. Uz, Sämtliche poetische Werke, Erster Band, Drittes Buch, Johann Georg Fleischhauer: Reutlingen 1777, S. 100ff.

6.

„Und wie könnte ich den Stolz von Anspach, den unerreichbaren Lyriker, den Horaz der Teutschen, Herrn Landgerichtsassessor Uz, vergessen, dessen göttliche Muse die höchsten Gegenstände der Religion und Moral, so eingreifend besungen, die schöne Natur mit so sanften Farben geschildert, und Thorheiten und Laster, mit so eigentümlicher Laune bestraft hat. – Allein die poetischen Verdienste, welche sich dieser wahre Biedermann erworben hat, sind nicht einmal seine schönste Seite. Seine tiefe Einsicht in die Rechtsgelehrsamkeit; sein unermüdeter Eifer dem Bedrängten zu helfen – ihm bald zu helfen; – sein unglaublicher Fleiß, durch welchen er bewirkt, daß er bey dem stärksten Pensum immer die wenigsten Akten im Haus hat; Seine unbestechliche Redlichkeit, die iedem der sich seiner Sache nicht gewiß weis, fürchterlich ist; Sein Feuer mit welchem er gegen die listige Chikane zu Felde zieht, und dies Ungeheuer aus den verborgensten Schlupfwinkeln heraustreibt; etc. diese vortreflichen Eigenschaften sind es, die in seinem Wirkungskreis unzählige Wohlthaten verbreiten, und aus manches Armen Auge eine dankbare Thräne entlocken, für die Er gerne, wie er selbsten in seinen unsterblichen Werken sagt, iedes seiner schönsten Gedichte hingeben würde. In seinem Privatleben eingezogen und still, in dem Zirkel weniger Freunde, von sanftem Umgang, ohne alle Prätensionen, ohne alle Eitelkeit, mit gänzlicher Verläugnung eines stolzen Selbstgefühls, ist Uz das, was so viele seyn wollen, und so wenige sind, ein wahrer Christ, und ein wahrer Weiser.“

Johann Bernhard Fischer, Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs; oder des Fürstentums Brandenburg=Anspach, Erster Theil, Benedict Friedrich Haueisen: Ansbach 1790, S. 289f.

7.

Ein Traum

O Traum, der mich entzückt!
Was hab ich nicht erblicket!
Ich warf die müden Glieder
In einem Thale nieder,
Wo einem Teich, der silbern floß,
Ein schattigtes Gebüsch umschloß.

Da sah ich durch die Sträuche
Mein Mädchen bey dem Teiche.
Das hatte sich, zum Baden,
Der Kleider meist entladen,
Bis auf ein untreu weiß Gewand,
Das keinem Lüftchen widerstand.

Der freye Busen lachte,
Den Jugend reizend machte.
Mein Blick blieb lüstern stehen
Bey diesen regen Höhen,
Wo Zephyr unter Lilien blies,
Und sich die Wollust fühlen ließ.

Sie fieng nun an, o Freuden!
Sich vollends auszukleiden:
Doch ach! Indems geschiehet,
Erwach ich und sie fliehet.
O schlief ich doch von neuem ein!
Nun wird sie wohl im Wasser seyn!

J. P. Uz, Sämtliche poetische Werke, Erster Band, Drittes Buch, Johann Georg Fleischhauer: Reutlingen 1777, S. 19f.


8.

„Den Höhepunkt Ansbacher Dichtung im 18. Jahrhundert markieren Johann Friedrich von Cronegk (1731-1758) und vor allem Johann Peter Uz (1720-1796), beide gebürtige Ansbacher, beide in engem Kontakt mit zahlreichen Vertretern der norddeutscheen und sächsischen Aufklärung; Cronegk insbesondere mit Gellert, Uz etwa mit Gleim oder Nicolai. Während Cronegks Ruhm nach seinem frühen Tod schnell verblaßte – immerhin wurde noch das Hamburgische Nationaltheater 1767 mit einem seiner Dramen eröffnet, was Lessing zu seiner ausführlichen Kritik in den ersten sieben Stücken der Hamburgischen Dramaturgie veranlaßte -, war Uz als einer der bedeutendsten unter den Anakreontikern deutscher Sprache Repräsentantz einer literischen Richtung, die nicht zuletzt als bewußte Provokation des hallensichen Pietismus entstanden war.“

Georg Seiderer, Formen der Aufklärung in fränkischen Städten – Ansbach, Bamberg und Nürnberg im Vergleich, C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung: München 1997, S. 90f.

9.

„Uz Johann Peter, Dichter, Oden, Lehrgedichte, Lyrik, Mitherausgeber des Ansbacher Gesangbuchs von 1781. *03.10.1720 Ansbach, +12.05.1796 Ansbach“

Hermann Dallhammer in Zusammenarbeit mit Werner Bürger, Ansbach – Geschichte einer Stadt, Hercynia-Verlag: Ansbach 1993, S. 412

10.

„Ich hätte sehr gern geheirathet; aber da ich heirathen wollte, konnte ich noch keine Frau ernähren, und da ich dieß gekonnt hätte, war ich zu alt.“

Johann Peter Uz, zit. nach Friedrich Schlichtegroll: Nekrolog auf das Jahr 1796. Enthaltend Nachrichten von dem Leben merkwürdiger in diesem Jahr verstorbener Deutschen, 7. Jahrgang, 1. Band. Gotha 1799, S. 65-153, hier S. 67. Aus: Ernst Rohmer, Dichter und Bürger in der Provinz – Johann Peter Uz und die Aufklärung in Ansbach, Max Niemeyer Verlag: Tübingen 1998, S. XV

Ansbacher Porzellan aus der Porzellanfabrik Bruckberg im Bildbändchen „Mon Plaisir“

Ansbacher Türkenbecher mit Widmung

ANSBACH/BRUCKBERG – Der Antiquitätenhändler Christian Eichinger aus Ansbach hat mit der Herausgabe des Liebhaberbuchs „Mon Plaisir“ den Erzeugnissen der „Ansbacher Porzellanmanufaktur 1757-1860“ ein Denkmal gesetzt.

 Ansbacher Türkenbecher mit Widmung Ansbacher Porzellan Türkenköppchen
Ansbacher Türkenbecher mit Widmung| Ansbacher Porzellan |Türkenkoppchen Bildrechte: Florian Eichinger

In sehr schönen Bildern von Florian Eichinger werden die Teller, Kannen und Figuren, insbesondere die „Türkenkoppchen“ für den Export an die Hohe Pforte nach Konstantinopel, auf 86 Seiten vorgestellt.

Dass die Exponate dabei aus privaten Sammlungen stammen, versteht sich bei einem Antiquitätenhändler ja fast von selbst. Leider hat der Herausgeber auf ein Vorwort verzichtet, dafür aber „eine von der hohen Qualität des Ansbacher Porzellans überzeugte Sammlerin“ – wahrscheinlich seine eigene Ehefrau und vermutliche Initiatorin des Werks – zu Wort kommen lassen:

„Zu Zeiten eines umfassenden Kulturtourismus, in denen man für einen Besuch der Uffizien in Florenz schon Tage vorher eine Karte kaufen muss, um dann zu einer bestimmten Uhrzeit in einer vorgegebenen Zeitspanne hindurchgeschleust zu werden, ist es höchste Zeit, einen fast frei zugänglichen Schatz vor unseren Haustüren zu heben und die Porzellansammlungen in der gotischen Halle des Ansbacher Schlosses und im außergewöhnlich ansprechend konzipierten Markgrafenmuseum (Ansbach) ins öffentliche Interesse zu rücken.

Mit diesem bewusst bescheiden gehaltenem Bildbändchen wollen wir der breiten Öffentlichkeit eine weitere Quelle bieten, die Schönheit und hohe Qualität des Ansbacher `weißen Goldes` zu entdecken.“

Eine kurze Chronik der Ansbacher Porzellanfabrik ergänzt das Gemeinschaftsprojekt der Familie Eichinger mit einer kleinen Zeittafel, wobei allerdings auf die Unsicherheit der Gründung (1757 oder 1762) nicht eingegangen wird. Dass Markgraf Alexander von Brandenburg-Ansbach sehr stolz auf seine Fabrik war, beweist die auf der letzten Seite des Buchs abgebildete Silbermünze von 1767: Alexander als Gründer auf der Vorderseite, auf der Rückseite das Schloss Bruckberg als Sitz der Manufaktur.

Das Buch kostet 15 Euro und ist erhältlich in Ansbach bei der Fr. Seybold`s Sortiments-Buchhandlung .

Porzellanmanufaktur Ansbach Bruckberg

Die Porzellanmanufaktur Ansbach-Bruckberg ging 1758 aus der 1710 von Markgraf Wilhelm Friedrich gegründeten Ansbacher Fayencemanufaktur hervor. Zu diesem Zweck hatte Markgraf Alexander Arbeiter aus Meißen angeworben. 1763 wurde die Manufaktur in das Jagdschloss Bruckberg verlegt. Als Ansbach 1806 dem neu gegründeten Königreich Bayern zufiel, wurde der Betrieb privatisiert. 1860 ging die Manufaktur in Konkurs. Bekannt wurde die Manufaktur im 18. Jahrhundert besonders durch elegante Tafelgeschirre mit nachgeahmtem Berliner Muster und dem Ansbacher Muster sowie Porzellanfiguren im Rokokostil. Die größte Sammlung von Fayencen und Porzellan aus der Ansbacher Manufaktur wird heute in der Residenz Ansbach ausgestellt.